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„Jeder CEO muss dieses Thema auf der Agenda haben – lebenslanges Lernen ist angesagt.“ (Johann Soder, Geschäftsführer Technik, SEW-Eurodrive). Die Kombination von Sehen, Anfassen und eindringlichen Appellen ließ die Chefsache für viele Teilnehmer zu einem eindrücklichen Erlebnis, mit Anregung zum Nachdenken werden.

Rund 50 Teilnehmer trafen sich im Hotel Heitlinger Hof in Östringen zu einem Abendessen in gemütlicher Atmosphäre. Nach der Begrüßung durch den Hauptgeschäftsführer des wvib, Dr. Christoph Münzer, standen „Risiken und Nebenwirkungen“ von Industrie 4.0 im Mittelpunkt des Abendvortrags von Prof. Dr. Birger Priddat, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, Universität Witten/Herdecke. Ganz ohne PowerPoint und Vorlage stellte er den Teilnehmern schon vorhandene und zukünftige Geschäftsmodelle in der Welt der vernetzten Daten dar und begeisterte durch eindringliche Worte und erstaunliche Zusammenhänge. Die Vorfreude darauf, am Folgetag konkrete Umsetzungen von Industrie 4.0 „live“ zu sehen und anfassen zu können war groß, wie sich in lebhaften Diskussionen zwischen den Gängen des Menüs zeigte.

Der Morgen begann bei SEW-Eurodrive in Bruchsal mit einer Vorstellung des Unternehmens durch Johann Soder, Geschäftsführer Technik. Schon früh wurde der Grundstein für eine erfolgreiche  Unternehmensentwicklung durch Modulbauweise und ein Konzept der zentralen Fertigung und dezentralen Montagen gelegt und durch Konsequenz und Nachhaltigkeit weitergeführt. Der Zeitstrahl führte über CIM und Lean hin zu Industrie 4.0. Speziell die mobilen Logistik-Assistenzsysteme, Montage-Assistenzsysteme und Handlingsysteme wurden in der Theorie erklärt, im Film gezeigt und beim folgenden Betriebsrundgang durch die Schaufensterfabrik in Graben-Neudorf vor Ort bestaunt. Durch die Möglichkeit direkt in die Montagelinien zu gehen wurde auch die Sicherheitstechnik der selbstfahrenden Assistenzsysteme getestet, was SEW Eurodrive letztlich nicht den allerbesten Produktionstag bescherte.

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Das Programm wurde am Nachmittag abgerundet durch zwei Vorträge und eine abschließende Podiumsdiskussion. Zunächst stellte Herrn Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl, Institutsleiter Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und Institut für industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb IFF der Universität Stuttgart, „Gestaltungsrichtlinien für die Smart Factory“ vor. Diese zehn Ansätze mit einem Fokus auf Wertschöpfung lassen sich auch einzeln einsetzen, um eine schon auf schlanken Prozessen basierende Fabrik auch smart zu machen.

Anschließend beleuchtete Prof. Dr.-Ing. Gisela Lanza, Institutsleiterin Produktionssysteme, wbk Institut für Produktionstechnik am Karlsruher Institut für Technologie KIT die nächsten Schritte zur Implementierung von Industrie 4.0 und stellte konkrete Umsetzungen aus Forschungsprojekten bei Unternehmen vor.

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Zum Abschluss der Chefsache stellten Prof. Gisela Lanza, Johann Soder, Prof. Thomas Bauernhansl, Ministerialdirigent Günther Leßnerkraus, Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg und Bernd Neugart, Geschäftsführer Neugart GmbH in einer von Dr. Christoph Münzer moderierten Podiumsdiskussion noch einmal ihre Sichtweisen auf Industrie 4.0 dar und erläuterten im Schlusswort ihre persönlichen Industrie 4.0-Ziele für 2016.

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Nicht zuletzt die Mischung aus Sehen, Anfassen und eindringlichen Appellen (Johann Soder: „Jeder CEO muss dieses Thema auf der Agenda haben – lebenslanges Lernen ist angesagt.“) ließ die Chefsache für viele Teilnehmer zu einem eindrücklichen Erlebnis, mit Anregung zum Nachdenken werden. Fazit: Die Zukunft kommt!

 

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