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Rund 20 Geschäftsführer trafen sich bei der LuK GmbH & Co. KG, um Chinas Markt und Wirtschaft genauer unter die Lupe zu nehmen. Begrüßt und durch den Tag begleitet wurde die Gruppe von Matthias Zink, Vorsitzender der Geschäftsleitung des Geschäftsbereichs Getriebesysteme.

Den Auftakt machte Prof. Dr. Sebastian Heilmann vom Mercator Institute for China Studies (MERICS) mit seinem Vortrag „Chinas Wirtschafts- und Innovationspolitik für 2016-2020“. Im Fokus standen Chancen und Risiken für den deutschen Mittelstand exemplarisch am Beispiel des schrumpfenden Maschinenbaumarktes. China kämpft mit strukturellen Problemen und zunehmenden Digitalisierungsdruck, denen die Regierung Fördermaßnahmen wie „Made in China 2025“ und „Internet Plus“ entgegensetzt. Trotz des abgeschwächten Wirtschaftswachstums bietet China nach wie vor interessante Absatzchancen und Kooperationsmöglichkeiten. So empfiehlt Dr. Heilmann: „Sie müssen das Gras wachsen hören, aber konsequent misstrauisch sein und beweglich bleiben.“

Matthias Zink berichtete in seinem Vortrag über die beeindruckende Entwicklung des China-Geschäfts der Schaeffler Gruppe. Das Unternehmen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und Matthias Zink gab Einblick in die Strategie und die Schlüsselfaktoren für diesen Erfolg. Heute werden in China sowohl internationale Kunden, als auch lokale, chinesische Kunden vom Standort China erfolgreich bedient. Zu bewältigen gelte es aber auch Herausforderungen wie z.B. die Komplexität im Unternehmen, die „neue Normalität“ oder der Kampf um Fachkräfte.

Trudbert Kraus, Leiter Operations, stellte den Standort Bühl vor, zu dem auch die Werke in Sasbachwalden und Kappelrodeck gehören. Im Anschluss hatten die Teilnehmer die Gelegenheit durch die Produktion und Montage am Standort Bühl zu gehen.

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Am Nachmittag ging es in die zweite Runde der Vorträge: Jost Wübbeke, Co-Programmleiter Wirtschaft und Technologie des Merics, beleuchtete die Begrifflichkeiten Industrie 4.0 und Made in China 2025. Das Programm Made in China ziele darauf ab, die Industrie auf den Level Industrie 3.0 zu heben und die Automatisierung voranzutreiben. „Industrie 4.0“ könne jedoch hervorragend als Werbevehikel eingesetzt werden. Die zunehmende Automatisierung birgt große Wachstumschancen, aber es sei davor gewarnt, sich einen Marktzugang durch Technologietransfer zu erkaufen.

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Prof. Dr. Warschat, Institutsdirektor Technologie- und Innovationsmanagement des Fraunhofer IAO, stellte die Untersuchung chinesischer Patente vor. Anhand der Patente gelingt es Fraunhofer Informationen zur Analyse von Wettbewerb, Marktbedürfnissen oder potenzieller Kooperationspartner in China zu filtern. Da Patentanmeldungen in China staatlich gefördert werden, könne von einer wahren Patentflut gesprochen werden. Fraunhofer untersuchte Quantität und Qualität chinesischer Patente aus Bereichen wie Cloud Computing, Big Data, low-cost robots, smart robotics, etc. – Fazit: Nicht nur die Menge an Patente beeindruckt, sondern auch die teilweise hohe Qualität.

Über den erfolgreichen China-Vertrieb von Produkten im „Industrie 4.0“ Umfeld berichtete Lutz Berners, Geschäftsführer der Berners Consulting GmbH. Am Beispiel von Umformpressen verdeutlichte er wie wichtig die Kundenperspektive ist und machte auf kulturelle Unterschiede aufmerksam, die für einen Verkaufsabschluss entscheidend sind.

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Aus den Vorträgen, dem Austausch und Gesprächen wurde klar: China ist derzeit kein leichter Markt, aber nach wie vor ein wichtiger. Geschäftschancen sollten vorausschauend und mit gesundem Misstrauen genutzt werden.

Für Fragen zum Thema wenden Sie sich bitte an Isabel Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

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