Die konjunkturelle Lage in Deutschland ist derzeit gut. Ein Indiz hierfür ist unter anderem die rückläufige Entwicklung von Unternehmensinsolvenzen, die auch in 2016 anhält. Dennoch ist die Lage bei einigen Unternehmen angespannt. Ein wichtiger Faktor sind z. B. ausstehende Forderungen, die die Unternehmen belasten.
Die Einforderung ausstehender Forderungen ist in deutschen Unternehmen offensichtlich Alltagsgeschäft: Die Befragungsergebnisse einer im August veröffentlichten Studie von Coface (Kreditversicherer) zeigen, dass knapp 84 Prozent der Unternehmen in Deutschland von Zahlungsverzögerungen betroffen sind.
Auch wenn das Volumen der Außenstände im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig ist und die zeitlichen Verzögerungen in einem überschaubaren Maße erfolgen, können ausstehenden Forderungen für Unternehmen immer auch ein Liquiditätsrisiko darstellen. Deutlich stärker von Zahlungsverzögerungen betroffen sind laut Coface-Studie exportabhängige Unternehmen. Für etwa 75 Prozent der betroffenen Unternehmen liegt eine Zahlungsverzögerung wiederum bei maximal 60 Tagen.
Mit Blick auf die Zahlungskonditionen gewähren deutsche Unternehmen mit durchschnittlich 60 Tagen relativ kurze Zahlungsziele – je nach Branche zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede. Zu den „großzügigsten“ Branchen zählt neben Textil/Leder/Bekleidung auch der Maschinenbau.
Die Bewertung, ob sich das Volumen ausstehender Forderungen im kommenden Jahr eher erhöhen oder verringern wird, fällt ebenfalls abhängig von der Branche unterschiedlich aus. Die Mechanik und Präzisionsindustrie sowie der Maschinenbau erwarten eher eine Verbesserung.
Die Studie „Zahlungserfahrung in Deutschland 2016: Gute Lage, aber der Teufel steckt im Detail“ schickt Ihnen gerne Isabel Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!